Kurven fahren!

Eigentlich liebt fast jeder Motorradfahrer Kurven. Aber am Anfang fühlen sie sich oft unsicher an — und das ist völlig normal. Viele lenken am Anfang zu früh ein. Dadurch wird die Kurve plötzlich enger, man wird hektisch und verliert die Ruhe.

Oder man wird zu schnell und kommt der Gegenfahrbahn zu nahe, weil der Bogen zu groß wird.

Ehrlich?  Das ging anfangs fast allen so.

🎥 Fehler beim Kurvenfahren, die fast jeder macht und was man dagegen tun sollte

Deshalb:

Schau nicht auf den gedachten Verlauf der Kurve. Schau auf das sichtbare Ende deiner Fahrbahn.

Je mehr Straße du sehen kannst, desto weiter dreht sich dein Kopf automatisch mit. Dadurch kommen eine saubere Haltung, eine ruhige Linie und mehr Sicherheit oft fast von allein.

Nutze deshalb die gesamte Breite deiner eigenen Fahrspur:

Bei Linkskurven fahre möglichst weit rechts in deiner Fahrbahn an (etwa einen Meter vom Fahrbahnrand entfernt). Dadurch vergrößerst du deinen Kurvenradius und verringerst die Gefahr, in Richtung Gegenfahrbahn getragen zu werden.

Bei Rechtskurven beginne die Kurve eher links in deiner Fahrbahn (etwa einen Meter von der Mittellinie entfernt). So bleibt dir mehr Platz zum rechten Fahrbahnrand und du kannst die Kurve ruhiger und sauberer fahren.

 

Wichtig: Nutze nur deine eigene Fahrspur. Die Gegenfahrbahn gehört nicht zu deiner Fahrlinie.

Mit jeder Kurve wirst du merken: Mehr Sicht bedeutet mehr Ruhe – und mehr Ruhe bedeutet meist auch eine bessere Linie.

Gerade in Linkskurven passiert häufig derselbe Fehler: Da kommt ein Auto entgegen — und plötzlich schaut man nur noch auf das Auto, den Straßenrand. Aber genau dahin zieht es dein Motorrad dann auch.

🎥 Fahrtechnik Ideallinie

Vor der Kurve hat man eine

Bremsphase.

Hier reduzierst du die Geschwindigkeit durch herunterschalten oder mittels Fußbremse auf die von dir gewünschte Geschwindigkeit.

Dann, am Eingang in die Kurve halte das Gas. Fahr die Kurve immer in gleichmäßigem Tempo – also nicht am Gas reißen oder stark vom Gas gehen. Deshalb nennt man das auch

Rollphase.

Fahr die Kurve gleichmäßig in DEINEM Tempo.

Mit einem leichten Druck auf die Lenkerseite der Kurve in die Du fahren willst, hilfst du dem Motorrad, sich in die Kurve zu neigen. Das nennt man

einen Lenkimpuls geben.

Viele glauben, sie würden ein Motorrad in der Kurve „legen“.

Tatsächlich wird die Schräglage durch einen kurzen Lenkimpuls eingeleitet.

Erst dadurch kippt das Motorrad in die gewünschte Richtung.

🏍️🎥Gegenlenken: Der lebenswichtige Motorrad-Reflex gegen tödliche Unfälle

Und noch etwas Wichtiges:  Es wird immer Fahrer geben, die schneller sind oder an dir vorbeiziehen. Lass dich davon nicht unter Druck setzen.

Nach dem Scheitelpunkt der Kurve kannst Du wieder Gas aufnehmen, dadurch richtet sich das Motorrad auf während deine Blickführung weiter auf das sichtbare Ende deiner Fahrbahn geht und eventuell die nächste Kurve ansteuert, Das ist dann die

Beschleunigungsphase

Dann geht das Spiel von vorne los

🎥 Kurvenlinien auf dem Motorrad – S-Kurve, Doppelkurve, zuziehende Kurve

Deshalb merke Dir, wenn Dir in der Kurve jemand entgegenkommt:

Du musst wissen, dass da etwas ist. Aber dein Blick bleibt auf dem sichtbaren Ende der Straßenseite, die DU befährst.

Wer ruhig und sauber fährt, lernt schneller als jemand, der aus Angst versucht mitzuhalten. Und glaub uns: Fast jeder Motorradfahrer hatte am Anfang genau dieselben Gedanken.